PV-Anlage nach 20 Jahren: Was tun, wenn die Förderung ausläuft?

6 Min. Lesezeit
Gewachsene Wohnstrasse mit Solardaechern im Abendlicht - PV-Anlage nach 20 Jahren weiterbetreiben

Nach 20 Jahren endet die Einspeisevergütung, deine Anlage läuft aber weiter. Wir zeigen dir die drei Wege: weiterlaufen lassen, neu investieren oder den Strom verkaufen.

Zuletzt aktualisiert: September 2026

Deine PV-Anlage läuft nach 20 Jahren aus der Förderung, aber nicht vom Dach. Die feste Einspeisevergütung endet, deine Anlage produziert trotzdem weiter Strom. Die Frage ist nur noch, was du für diesen Strom bekommst.

Kurz und knapp: Deine Anlage darf nach dem Förderende weiterlaufen. Ohne eigene Entscheidung rutschst du automatisch in die gesetzliche Auffangvergütung: den Jahresmarktwert Solar abzüglich der Vermarktungskosten, befristet bis Ende 2032. Deine echten Optionen sind: weiterlaufen lassen, neu investieren (Repowering) oder deinen Strom an einen Abnehmer verkaufen, der ihn in deiner Nachbarschaft nutzt.

Stand: September 2026. Das EEG ändert sich regelmäßig, aktuell ist eine Novelle im Gesetzgebungsverfahren. Wir aktualisieren diesen Artikel quartalsweise.

Wann ist deine PV-Anlage "ausgefördert"?

Die Einspeisevergütung läuft 20 Kalenderjahre plus das Jahr der Inbetriebnahme, so regelt es § 25 EEG. Danach gilt deine Anlage als "ausgefördert". Sie ist deshalb nicht kaputt und auch nicht illegal. Sie hat nur keinen Anspruch mehr auf den festen Vergütungssatz von damals.

Inbetriebnahme

Förderende

2000

31.12.2020

2004

31.12.2024

2005

31.12.2025

2006

31.12.2026

2007

31.12.2027

Anlagen aus den frühen 2000er-Jahren bekamen teils über 50 Cent pro Kilowattstunde. Dieser Satz war der Anschub für den deutschen PV-Markt, und er endet planmäßig. Was danach kommt, entscheidest du.

Was passiert, wenn du nichts tust?

Wenn du nichts unternimmst, übernimmt dein Netzbetreiber deinen eingespeisten Strom automatisch weiter. Dafür bekommst du die Einspeisevergütung für ausgeförderte Anlagen nach § 23b EEG: den Jahresmarktwert Solar, abzüglich einer kleinen Vermarktungspauschale. Diese Auffanglösung gilt für Anlagen bis 100 Kilowatt und ist bis zum 31.12.2032 befristet.

Der Jahresmarktwert Solar lag 2025 bei rund 4,5 Cent pro Kilowattstunde (netztransparenz.de). Davon gehen 2026 rund 0,23 Cent Vermarktungskosten ab. Wie viel es 2026 wird, steht erst nach Jahresende fest.

Ein Rechenbeispiel für eine typische Altanlage mit 5 kWp, gerechnet mit dem Jahresmarktwert Solar von 2025:

  • Eingespeister Strom: etwa 4.500 kWh pro Jahr

  • Vergütung: 4.500 kWh × 0,045 Euro = rund 200 Euro pro Jahr, davon gehen noch die Vermarktungskosten ab

Für 2026 kann die Summe höher oder niedriger ausfallen, weil der Jahresmarktwert erst nach Jahresende feststeht.

Zum Vergleich: Mit dem alten Fördersatz von 50 Cent brachte dieselbe Einspeisung über 2.000 Euro. Nichtstun ist also erlaubt und bequem, aber es ist die Option mit dem geringsten Ertrag. Und sie hat ein eingebautes Enddatum.

Option 1: Neu investieren (Repowering)

Beim Repowering ersetzt du deine alte Anlage durch eine neue. Der technische Fortschritt spricht dafür: Moderne Module holen aus derselben Dachfläche etwa doppelt so viel Strom wie vor 20 Jahren.

Die Förderlage für Neuanlagen

Eine neue Anlage bekommt heute wieder eine Einspeisevergütung, allerdings auf ganz anderem Niveau als damals: 7,70 Cent pro Kilowattstunde bei Teileinspeisung bis 10 kWp (bei Inbetriebnahme bis zum 31.12.2026, Quelle: Bundesnetzagentur).

Und diese Förderung steht selbst zur Diskussion. Die Bundesregierung hat am 29.07.2026 einen Entwurf für eine EEG-Novelle beschlossen, nach der die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen ab 2027 enden soll. Für kleine Neuanlagen ist laut Entwurf stattdessen eine Übergangszahlung von 5,2 Cent pro Kilowattstunde für höchstens 36 Monate geplant. Der Bundestag hat den Entwurf am 24.09.2026 in erster Lesung beraten, beschlossen ist er noch nicht.

Was das für dich heißt: Eine neue Anlage muss sich über den erzeugten Strom selbst rechnen, über Eigenverbrauch und über den Verkauf des Überschusses. Die Einspeisevergütung trägt die Investition nicht mehr.

Option 2: Nicht investieren, dann brauchst du jemanden, der deinen Strom kauft

Deine alte Anlage läuft technisch oft noch viele Jahre. Wenn du nicht neu investieren willst, bleiben zwei Hebel.

Der erste ist Eigenverbrauch: Du nutzt einen Teil deines Solarstroms selbst und kaufst entsprechend weniger ein. Das lohnt sich, deckt aber nur einen Teil ab. Der Großteil deiner Erzeugung fließt weiter ins Netz, und genau dieser Überschuss braucht einen Abnehmer, der mehr daraus macht als die Auffangvergütung.

Der zweite Hebel ist deshalb der Verkauf deines Stroms. Genau dafür gibt es Nachbarschafts-Strom: Pyrpose Energy, das Unternehmen hinter Nachbarschafts-Strom, darf jetzt selbst Strom liefern. Wir kaufen deinen Solarstrom und versorgen damit Haushalte in deiner Nachbarschaft. Dein Strom wird dort verbraucht, wo er entsteht, statt als anonyme Kilowattstunde im Großhandel zu landen. Wie das im Detail funktioniert, erklären wir unter Energy Sharing und im Artikel Strom an Nachbarn verkaufen.

Für dich als Anlagenbetreiber heißt das:

  • Deine Anlage bleibt, wie sie ist. Kein Modultausch, keine neue Investition.

  • Vertrag und Abrechnung laufen über uns. Du schließt einen Vertrag mit Pyrpose Energy, nicht mit einzelnen Nachbarn. Auch deinen eigenen Reststrom bekommst du dabei aus einer Hand, von uns.

  • Dein Strom bekommt wieder einen Sinn. Er versorgt die Häuser um dich herum, mit smartem Messen und sauberer Abrechnung. Mehr zum rechtlichen Rahmen liest du im Artikel zum Energy-Sharing-Gesetz.

So trägst du dich ein: Du hinterlässt uns deinen Ort und ein paar Angaben zu deiner Anlage. Wir bauen daraus Nachbarschaften auf und melden uns bei dir mit dem nächsten Schritt.

Der Vergleich auf einen Blick

Weiterlaufen lassen

Repowering

Strom verkaufen (Nachbarschafts-Strom)

Investition

Keine

Neue Anlage (mehrere Tausend Euro)

Keine

Vergütungslogik

Jahresmarktwert Solar minus Pauschale (2025: rund 4,5 ct/kWh vor Abzug)

7,70 ct/kWh Einspeisevergütung bei Inbetriebnahme bis Ende 2026; ab 2027 laut Gesetzentwurf nur noch Übergangszahlung für kleine Anlagen

Vergütung steht in deinem Vertrag mit Pyrpose Energy, bevor du unterschreibst

Aufwand

Keiner, läuft automatisch

Hoch (Planung, Installation)

Gering (eintragen, Vertrag, Umstellung übernehmen wir)

Befristung

Bis Ende 2032

Bei Inbetriebnahme bis Ende 2026: 20 Jahre fester Satz; ab 2027 laut Entwurf nur noch befristete Übergangszahlung, danach Direktvermarktung

Läuft, solange dein Vertrag läuft

Häufige Fragen zur PV-Anlage nach 20 Jahren

Wie lange bekomme ich Einspeisevergütung für meine PV-Anlage?

Die EEG-Vergütung läuft 20 Kalenderjahre plus das Jahr der Inbetriebnahme (§ 25 EEG). Eine Anlage von 2006 bekommt den festen Satz also bis Ende 2026. Danach gilt sie als ausgefördert.

Was bekomme ich für meinen Solarstrom nach Ablauf der Förderung?

Ohne eigene Entscheidung bekommst du die Auffangvergütung nach § 23b EEG: den Jahresmarktwert Solar abzüglich einer Vermarktungspauschale. 2025 lag der Jahresmarktwert Solar bei rund 4,5 Cent pro Kilowattstunde, der Wert für 2026 steht erst nach Jahresende fest. Diese Regelung ist bis Ende 2032 befristet. Alternativ verkaufst du deinen Strom an einen Abnehmer wie Pyrpose Energy.

Lohnt sich Repowering nach 20 Jahren?

Moderne Module liefern auf derselben Dachfläche etwa doppelt so viel Strom, dafür investierst du neu. Bei Inbetriebnahme bis zum 31.12.2026 liegt die Einspeisevergütung für Neuanlagen bei 7,70 Cent. Ab 2027 soll sie laut Entwurf der EEG-Novelle für kleine Neuanlagen durch eine befristete Übergangszahlung ersetzt werden. Repowering muss sich deshalb über Eigenverbrauch und Stromverkauf rechnen, nicht über die Förderung.

Kann ich meine alte PV-Anlage einfach weiterlaufen lassen?

Ja. Technisch halten viele Anlagen 30 Jahre und mehr, und dein Netzbetreiber nimmt den Strom automatisch weiter ab. Du bekommst dann allerdings nur den Jahresmarktwert Solar abzüglich der Vermarktungskosten. 2025 lag der Jahresmarktwert bei rund 4,5 Cent pro Kilowattstunde. Diese Auffanglösung endet 2032.

Was ist die beste Alternative zur Einspeisevergütung?

Das hängt von deiner Situation ab. Wer investieren will, holt mit einer neuen Anlage mehr Ertrag vom Dach. Wer nicht investieren will, verkauft seinen Strom an einen Abnehmer, der ihn lokal nutzt. Einen ausführlichen Vergleich findest du im Artikel Energy Sharing vs. Einspeisevergütung.

Deine Anlage läuft aus der Förderung?

Bei Nachbarschafts-Strom kaufen wir dir den Strom ab, den deine Anlage nicht selbst verbraucht, und liefern ihn an Haushalte in deiner Nähe.


Quellen und weiterführende Links:

Du willst Strom von Anlagen in deiner Nähe? Nachbarschafts-Strom gibt es mit und ohne eigene Solaranlage.

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