Was kostet eine Wärmepumpe wirklich? Eine ehrliche Übersicht über Anschaffung, Einbau, Betriebskosten und wie du den Strompreis dahinter senkst.
Zuletzt aktualisiert: August 2026.
Eine Wärmepumpe kostet 2026 zwischen 25.000 und 45.000 Euro vor Förderung. Der Strompreis dahinter entscheidet, ob sie sich rechnet. Dieser Artikel zeigt dir alle Kostenblöcke ehrlich, mit Spannen statt "ab"-Preisen.
Wärmepumpe Kosten in der Kurzversion
Hier die wichtigsten Zahlen für ein typisches Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche, Bestandsbau, Luft-Wasser-Wärmepumpe.
Kostenblock | Spanne 2026 |
|---|---|
Anschaffung Wärmepumpe (Gerät) | 9.000-18.000 € |
Einbau und Installation | 3.000-8.000 € |
Nebenkosten (Pufferspeicher, Hydraulik, Heizkörper) | 3.000-10.000 € |
Erdarbeiten (nur Sole/Wasser-Wasser) | 8.000-15.000 € |
Gesamt vor Förderung | 25.000-45.000 € |
BEG-Förderung (30-70 %) | bis zu 19.600 € Zuschuss |
Jährliche Stromkosten (12.000 kWh Wärmebedarf, JAZ 3,5) | 600-1.200 € |
Quellen: Bundesverband Wärmepumpe (BWP), BAFA, KfW.
Stand: August 2026. Förderhöhen und Strompreise ändern sich regelmäßig - wir aktualisieren diesen Artikel halbjährlich.
Anschaffungskosten je Wärmepumpentyp
Die Wärmequelle ist der größte Preistreiber. Luft ist einfach, Erde und Grundwasser sind aufwendiger.
Typ | Gerät | Mit Einbau (komplett) | JAZ Bestandsbau | Wann sinnvoll |
|---|---|---|---|---|
Luft-Wasser | 9.000-16.000 € | 15.000-29.000 € | 2,5-4,0 | Standard, kein Bohren nötig |
Sole-Wasser (Erdwärme) | 10.000-18.000 € | 20.000-40.000 € | 3,5-4,5 | Bei Platz und gutem Boden |
Wasser-Wasser (Grundwasser) | 12.000-20.000 € | 25.000-45.000 € | 4,0-5,0 | Sehr effizient, aber genehmigungspflichtig |
JAZ steht für Jahresarbeitszahl. Sie sagt dir, wie viele kWh Wärme du pro kWh Strom bekommst. Ein Wert von 3,5 heißt: 1 kWh Strom liefert 3,5 kWh Wärme.
Über 80 Prozent der heute neu verkauften Wärmepumpen sind Luft-Wasser-Geräte. Sie ist günstiger und braucht keine Bohrung. Sole-Wasser lohnt sich, wenn du langfristig planst und einen geeigneten Garten hast. Wasser-Wasser ist die effizienteste Variante, aber selten genehmigungsfähig.
Was die JAZ-Spanne wirklich bedeutet. Eine Luft-Wärmepumpe schwankt bei Bestandsbauten zwischen 2,5 und 4,0. Im schlecht gedämmten Altbau mit Heizkörpern und Vorlauftemperaturen über 55 Grad landest du eher bei 2,5. Im sanierten Bestand mit Fußbodenheizung sind 3,5 bis 4,0 realistisch. Für die BEG-Förderung gilt eine einheitliche Mindest-Jahresarbeitszahl von 3,0 für alle elektrisch betriebenen Wärmepumpen, unabhängig von der Wärmequelle. Nachgewiesen wird sie nach VDI 4650 Blatt 1. Zwischen einer JAZ von 2,5 und 3,5 liegen im Betrieb schnell 200 bis 400 Euro Stromkosten pro Jahr.
Quelle: BWP Marktzahlen und JAZ-Rechner.
Was kommt zur Wärmepumpe noch dazu?
Neben dem Gerät selbst fallen Posten an, die in vielen "ab"-Preisen fehlen. Plane sie von Anfang an mit ein.
Pufferspeicher: 1.000-2.500 €. Stabilisiert den Heizbetrieb und reduziert das Takten der Wärmepumpe.
Warmwasserspeicher: 800-2.000 €. Oft schon kombiniert mit dem Pufferspeicher.
Hydraulischer Abgleich: 500-1.500 €. Pflicht für die BEG-Förderung. Sorgt dafür, dass jeder Heizkörper die richtige Wassermenge bekommt.
Heizkörper oder Flächenheizung: 0-8.000 €. Im Altbau musst du oft ein paar Heizkörper tauschen, weil Wärmepumpen am besten mit niedriger Vorlauftemperatur arbeiten.
Elektroinstallation: 500-1.500 €. Eigener Stromzähler (oft Pflicht für Wärmepumpentarif), Anschluss, gegebenenfalls neue Sicherung.
Erdarbeiten (nur bei Sole oder Wasser): 8.000-15.000 €. Sondenbohrung oder Brunnen.
Diese Nebenkosten machen oft 20 bis 40 Prozent der Gesamtinvestition aus. Lass dir Angebote immer detailliert auflisten, nicht als Pauschale.
Einbaukosten: was der Handwerker berechnet
Der reine Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe liegt bei 3.000 bis 8.000 Euro. Was den Preis treibt:
Sanierungsstand des Hauses: Schlecht gedämmte Altbauten brauchen häufiger einen Hydraulik-Umbau und neue Heizkörper.
Lage der Außeneinheit: Schwer zugänglich, weiter Weg zur Inneneinheit, Schallschutz zum Nachbarn - alles Aufschläge.
Neubau vs. Bestand: Neubauten mit Fußbodenheizung sind unkompliziert. Bestand mit Heizkörpern braucht oft Anpassung.
Region: In Süddeutschland und Ballungsräumen sind die Stundensätze höher.
Hol immer drei Angebote ein. Die Spanne zwischen günstigem und teurem Angebot liegt oft bei 30 Prozent, bei gleicher Leistung.
Worauf du im Angebot achtest. Bestehe auf einer detaillierten Position für hydraulischen Abgleich, Pufferspeicher-Größe, Schallschutz-Maßnahmen und Inbetriebnahme. Wenn ein Angebot nur "Wärmepumpe komplett" mit einem Pauschalpreis listet, frag nach. Versteckte Aufschläge tauchen sonst bei der Schlussrechnung auf. Lass dir auch die Garantie- und Wartungsbedingungen schriftlich geben. Gute Anlagen laufen 15 bis 20 Jahre ohne große Reparaturen, wenn die erste Inbetriebnahme sauber gemacht ist.
Betriebskosten: was die Wärmepumpe pro Jahr verbraucht
Hier wird es konkret. Wir rechnen das Beispiel aus dem Briefing einmal komplett durch.
Beispielhaus:
150 m² Wohnfläche, Bestandsbau, mäßig gedämmt
Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser: 12.000 kWh pro Jahr
Luft-Wasser-Wärmepumpe mit JAZ 3,5
Stromverbrauch:
12.000 kWh Wärmebedarf geteilt durch 3,5 JAZ ergibt rund 3.430 kWh Strom pro Jahr.
Stromkosten je nach Tarif:
Tarif | Preis (ct/kWh) | Jahreskosten |
|---|---|---|
Haushaltsstrom Standard | 36 ct | 1.235 € |
Wärmepumpentarif (Schnitt 2026) | 26-27 ct | 890-925 € |
Eigener PV-Strom (Eigenverbrauchsanteil) | 8-12 ct | 270-410 € (Anteil) |
Quelle: Bundesnetzagentur, Verbraucherzentrale.
Lies das so: Ein Wechsel vom Haushaltsstromtarif auf einen Wärmepumpentarif spart in unserem Beispiel rund 300 bis 350 Euro pro Jahr. Mit eigener PV oder Energy Sharing kannst du nochmal 200 bis 400 Euro drücken. Die Spanne in der Antwort-Box (600 bis 1.200 €) deckt diese Bandbreite ab.
Wärmepumpe vs. Gasheizung: Kostenvergleich über 20 Jahre
Anschaffung allein ist die falsche Frage. Heizungen halten 15 bis 25 Jahre. Was zählt, sind die Vollkosten.
Annahmen für unseren 150 m²-Fall:
Wärmebedarf 12.000 kWh pro Jahr
Wärmepumpe: 35.000 € Anschaffung, 50 Prozent BEG-Förderung auf die maximal förderfähigen 28.000 €, also 14.000 € Zuschuss, JAZ 3,5, Strompreis im Schnitt 25 ct/kWh über 20 Jahre
Gasheizung: 12.000 € Anschaffung, Wirkungsgrad 90 Prozent, Gaspreis im Schnitt 13 ct/kWh inklusive CO2-Aufschlag
CO2-Preis nach BEHG: für 2026 gilt ein Preiskorridor von 55 bis 65 € pro Tonne CO2. Die Fortführung für 2027 ist im Entwurf des Dritten BEHG-Änderungsgesetzes vorgesehen
Wartung und Schornsteinfeger: 250 €/Jahr für Gas, 150 €/Jahr für die Wärmepumpe
Position | Wärmepumpe | Gasheizung |
|---|---|---|
Anschaffung netto (nach Förderung) | 21.000 € | 12.000 € |
Stromkosten 20 Jahre (3.430 kWh × 25 ct × 20) | 17.150 € | - |
Gaskosten 20 Jahre (13.300 kWh × 13 ct × 20) | - | 34.580 € |
Wartung 20 Jahre | 3.000 € | 5.000 € |
Gesamt 20 Jahre | 41.150 € | 51.580 € |
Die Wärmepumpe liegt im Beispiel rund 10.400 Euro unter den 20-Jahres-Kosten der Gasheizung. Mit eigenem PV-Strom oder Nachbarstrom über Energy Sharing wird die Lücke noch deutlich größer. Mit weiter steigendem CO2-Preis ebenfalls.
Wichtig zur Einordnung. Diese Rechnung ist konservativ. Wir nehmen 25 ct/kWh Strompreis im Schnitt über 20 Jahre an. Wer einen reinen Wärmepumpentarif fährt, eigenen PV-Strom nutzt oder Strom über Energy Sharing aus der Nachbarschaft bezieht (seit 1. Juni 2026 möglich), drückt den Schnitt deutlich. Bei 18 ct/kWh durchschnittlich (PV-Anteil plus Wärmepumpentarif) sinken die Stromkosten über 20 Jahre auf rund 12.350 Euro. Damit fällt die Wärmepumpe in diesem Beispiel auf rund 36.350 Euro Vollkosten, also rund 15.200 Euro unter Gas.
Quellen: Verbraucherzentrale Heizkosten, BMWK CO2-Pfad.
So senkst du die Wärmepumpen-Stromkosten weiter
Wir verkaufen keine Wärmepumpen. Wir senken die Stromkosten dahinter. Drei Hebel haben den größten Effekt.
Eigene PV-Anlage. Eine Wärmepumpe ist der natürliche Partner einer Photovoltaikanlage. Im Frühjahr und Herbst läuft die Wärmepumpe oft, wenn die Sonne scheint. Mehr dazu im Artikel Wärmepumpe mit Solar kombinieren.
Wärmepumpentarif oder dynamischer Stromtarif. Wärmepumpenstrom liegt je nach Anbieter und Region spürbar unter dem Haushaltsstrompreis. Voraussetzung ist ein eigener, geeichter Zähler. 2026 sinken die Netzentgelte zusätzlich. Hintergrund im Artikel Dynamischer Stromtarif mit Speicher.
Energy Sharing über Nachbarschafts-Strom. Seit dem 1. Juni 2026 erlaubt §42c EnWG das Teilen von erneuerbarem Strom innerhalb eines Quartiers. Der geteilte Strom kommt ohne eigenes Dach aus. Lies dazu Was ist Energy Sharing?.
Unser Team in der Schweiz entwickelt die Technologie dafür seit 2017 und betreibt sie seit 2025 im Eigenvertrieb. Die Erfahrung daraus bringen wir nach Deutschland.
Förderung kurz erklärt
Bei Wärmepumpen läuft die Förderung 2026 über zwei KfW-Programme.
KfW Heizungsförderung 458 (private Eigentümerinnen und Eigentümer): Zuschuss von 30 bis 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Förderfähig sind seit dem 21.07.2026 maximal 28.000 € pro Wohneinheit. Daraus ergibt sich ein Maximalzuschuss von 19.600 €, bei niedrigem Einkommen bis zu 22.400 €.
KfW 459: Für Unternehmen, juristische Personen und Contractoren. Private Vermieter beantragen ebenfalls über KfW 458, allerdings nur die Grundförderung.
BAFA: Für Wärmepumpen läuft seit 2024 vor allem die KfW. BAFA-Zuschüsse betreffen Optimierungen und Beratung.
Boni stapelbar:
30 Prozent Grundförderung
+16 Prozent Klimageschwindigkeits-Bonus beim Tausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- oder Nachtstromspeicherheizung (selbstgenutzt). Bei Gas-Zentral- und Biomasseheizungen erst ab 20 Jahren Alter. Bis zum 20.07.2026 waren es 20 Prozent.
Einkommensbonus, seit dem 21.07.2026 gestaffelt: 40 Prozent bis 30.000 €, 30 Prozent bis 40.000 €, 10 Prozent bis 50.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen. Gibt es mindestens ein minderjähriges Kind, für das eine Kindergeldberechtigung vorliegt, wird das anzurechnende Einkommen einmalig um 10.000 € reduziert.
Der Effizienzbonus von 5 Prozent ist zum 21.07.2026 ersatzlos entfallen.
Maximum: 70 Prozent, bei niedrigem Einkommen bis zu 80 Prozent. Kombiniert mit dem Deckel von 28.000 € sind das die genannten 19.600 € beziehungsweise 22.400 € Zuschuss.
Den vollständigen Überblick mit Antrag, Reihenfolge und Steuerbonus findest du im Pillar Förderung PV, Speicher und Wärmepumpe 2026.
Quellen: KfW 458 Heizungsförderung/), BAFA BEG.
Häufige Fragen zu Wärmepumpe Kosten
Was kostet eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus?
Für ein typisches Einfamilienhaus mit 150 m² liegen die Gesamtkosten 2026 zwischen 25.000 und 45.000 Euro vor Förderung. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Einbau, Pufferspeicher und Hydraulik kostet meist 25.000 bis 35.000 Euro. Sole- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen liegen wegen der Erdarbeiten 5.000 bis 10.000 Euro höher. Mit der KfW-Förderung 458 lassen sich bis zu 19.600 Euro davon abziehen, bei niedrigem Einkommen bis zu 22.400 Euro.
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe pro Jahr?
Faustregel: Wärmebedarf des Hauses geteilt durch die JAZ. Ein Haus mit 12.000 kWh Wärmebedarf und JAZ 3,5 verbraucht rund 3.430 kWh Strom pro Jahr. Bei einem Wärmepumpentarif von 26 ct/kWh sind das etwa 890 Euro im Jahr. Mit eigenem PV-Strom oder Energy Sharing kann der Wert deutlich darunter liegen.
Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?
Ja, wenn der Altbau bestimmte Voraussetzungen erfüllt: ausreichend große Heizflächen oder Fußbodenheizung, eine niedrige nötige Vorlauftemperatur (idealerweise unter 55 Grad) und ein hydraulischer Abgleich. Die JAZ liegt im Altbau realistisch bei 2,5 bis 3,5. Bei sehr schlechter Dämmung lohnt sich oft, vor dem Heizungstausch in Fenster oder Dach zu investieren. Eine Energieberatung schafft Klarheit.
Wie viel Förderung gibt es für eine Wärmepumpe 2026?
Über die KfW Heizungsförderung 458 sind 2026 zwischen 30 und 70 Prozent Zuschuss möglich, bei niedrigem Einkommen bis zu 80 Prozent. Die maximale Förderung liegt seit dem 21.07.2026 bei 19.600 Euro pro Wohneinheit, beziehungsweise 22.400 Euro im 80-Prozent-Fall. Die hohen Quoten erreichst du, wenn du eine funktionierende Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- oder Nachtstromspeicherheizung ersetzt (Gas- und Biomasseheizungen ab 20 Jahren; Klimageschwindigkeits-Bonus +16 Prozent) und die Einkommensstufen erreichst. Der frühere Effizienzbonus für Kältemittel ist entfallen. Zusatzförderungen einzelner Bundesländer sind teilweise kombinierbar.
Wärmepumpe oder Gasheizung - was ist günstiger?
Über 20 Jahre gerechnet ist die Wärmepumpe in fast allen Fällen günstiger. Im Beispielhaus (150 m², 12.000 kWh) liegen die Vollkosten der Wärmepumpe bei rund 41.150 Euro, bei der Gasheizung bei rund 51.580 Euro. Der Vorsprung wächst mit jedem Anstieg des CO2-Preises. Wer eigene PV oder Energy Sharing nutzt, kommt deutlich günstiger weg.
Was kostet der Einbau einer Wärmepumpe?
Der reine Einbau liegt bei 3.000 bis 8.000 Euro für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Bei Sole-Wasser-Wärmepumpen kommen 8.000 bis 15.000 Euro Erdarbeiten dazu. Faktoren: Zugänglichkeit, Sanierungsstand, Lage der Außeneinheit, regionale Stundensätze. Drei Angebote einholen ist Pflicht, die Spanne liegt häufig bei 30 Prozent bei gleicher Leistung.
Strom aus deiner Nachbarschaft
Mit Nachbarschafts-Strom kommt dein Strom von Anlagen in deiner Nähe. Wir kaufen ihn dort, wo du ihn verbrauchst.
Quellen und weiterführende Links:
Du willst Strom von Anlagen in deiner Nähe? Nachbarschafts-Strom gibt es mit und ohne eigene Solaranlage.
Vormerken lassen →