Dezentrale Stromerzeugung: Wer heute den Strom in deiner Nähe macht

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Ein Mann gießt im Vorgarten Geranien, gegenüber ein Reihenhaus mit Solarmodulen auf dem Dach und dahinter ein Mehrfamilienhaus mit einem Steckersolar-Modul am Balkon.Bild: KI-generiert

Strom entsteht heute nicht nur in großen Kraftwerken, sondern auch auf Dächern, an Balkonen und auf freien Flächen. Was dezentrale Stromerzeugung bedeutet und was sie mit dir zu tun hat.

Viele denken bei Strom an ein großes Kraftwerk, irgendwo weit weg. Bei dezentraler Stromerzeugung entsteht Strom viel näher. Schau mal aus dem Fenster: Vielleicht siehst du Solarmodule auf dem Dach gegenüber, auf der Scheune am Ortsrand oder ein kleines Modul am Balkon nebenan. Auch dort entsteht Strom.

Das ist der zweite Teil vom Crashkurs Strom. In jedem Teil beantworten wir eine Frage. Die zweite lautet: Wer produziert eigentlich den Strom in Deutschland?

Kurz und knapp: Dezentrale Stromerzeugung heißt, dass Strom in vielen kleinen Anlagen nah am Verbrauch entsteht, nicht nur in wenigen großen Kraftwerken. In Deutschland sind fast 6,4 Millionen Solaranlagen registriert und in Betrieb (Bundesnetzagentur, Marktstammdatenregister, Stand September 2026).

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026

Was bedeutet dezentrale Stromerzeugung?

Dezentrale Stromerzeugung bedeutet: Strom entsteht in vielen kleinen Anlagen nah am Verbrauch, nicht nur in wenigen großen Kraftwerken. „Dezentral" heißt verteilt und nah am Verbrauch. Im Energiewirtschaftsgesetz heißt das „verbrauchs- und lastnah".

Eine Solaranlage auf einem Wohnhaus ist so eine Anlage. Ein Balkonkraftwerk ist es auch, also ein kleines Solarmodul am Balkon.

Stell dir eine Karte von Deutschland vor, auf der jede Anlage, die Strom macht, ein Punkt ist. Bei zentraler Stromerzeugung siehst du wenige große Punkte, die Strom für sehr viele Haushalte machen. Bei dezentraler Stromerzeugung siehst du sehr viele Punkte, über das ganze Land verteilt, auch zwischen Wohnhäusern.

Heute gibt es beides nebeneinander: große Kraftwerke und dazu Millionen Solaranlagen auf Dächern, an Balkonen und auf freien Flächen.

Wie viele Solaranlagen gibt es in Deutschland?

In Deutschland sind fast 6,4 Millionen Solaranlagen registriert und in Betrieb (Bundesnetzagentur, Marktstammdatenregister, Stand September 2026). Das Marktstammdatenregister ist das Register der Bundesnetzagentur, in dem Anlagen zur Stromerzeugung eingetragen werden.

Gezählt werden Anlagen, nicht Haushalte. In der Zahl stecken Solaranlagen auf Dächern, Balkonkraftwerke und Solarparks auf freien Flächen. Die Zahl sagt deshalb nicht, wie viele Haushalte eine eigene Solaranlage haben.

Die Anlagen stehen auf Wohnhäusern und Scheunen, an Balkonen und auf freien Flächen. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht die Zahl jeden Monat neu. Deshalb steht hier immer der Stand dazu.

Was hat das mit dir zu tun?

Vielleicht hast du selbst eine Solaranlage auf dem Dach oder ein Balkonkraftwerk. Vielleicht siehst du eine, wenn du aus dem Fenster schaust. Dann ist das Kraftwerk aus deiner Vorstellung kein fernes Gebäude mehr. Es ist das Dach gegenüber oder dein eigenes.

Wenn du zur Miete wohnst, gilt das genauso. Die Anlage muss nicht auf deinem Dach stehen, damit sie zu deiner Nachbarschaft gehört.

Im Stromnetz muss laufend so viel Strom eingespeist werden, wie gerade verbraucht wird. Die meisten Solaranlagen erzeugen mittags am meisten Strom. Viel Strom gebraucht wird aber auch am Abend, wenn sie weniger liefern. Das Stromnetz kann den Solarstrom vom Mittag nicht für den Abend aufheben.

Bei Strom zählt nicht nur, wie viel da ist, sondern wann. Im ersten Teil ging es darum, wann Strom gebraucht wird. In diesem Teil geht es darum, wo er entsteht.

Und wer kauft den Strom aus deiner Nähe?

Ein Teil vom Strom in Deutschland entsteht heute dort, wo Menschen wohnen. Wer kauft ihn dort, wo er gebraucht wird?

Dein Strom kommt von Anlagen in deiner Nähe. Wir kaufen ihn dort, wo du ihn verbrauchst.

Was passiert, wenn mittags mehr Strom ins Netz kommt, als gerade gebraucht wird? Darum geht es in einem späteren Teil vom Crashkurs Strom.

Häufige Fragen zur dezentralen Stromerzeugung

Was bedeutet dezentrale Stromerzeugung?

Dezentrale Stromerzeugung bedeutet, dass Strom in vielen kleinen Anlagen nah am Verbrauch entsteht, nicht nur in wenigen großen Kraftwerken. „Dezentral" heißt verteilt und nah am Verbrauch. Beispiele sind Solaranlagen auf Wohnhäusern und Balkonkraftwerke.

Wie viele Solaranlagen gibt es in Deutschland?

In Deutschland sind fast 6,4 Millionen Solaranlagen registriert und in Betrieb (Bundesnetzagentur, Marktstammdatenregister, Stand September 2026). Gezählt werden Anlagen, nicht Haushalte. Dazu gehören Solaranlagen auf Dächern, Balkonkraftwerke und Solarparks auf freien Flächen.

Wer produziert heute Strom in Deutschland?

Strom kommt in Deutschland aus großen Kraftwerken und aus sehr vielen Anlagen, die über das ganze Land verteilt sind. Allein Solaranlagen sind fast 6,4 Millionen registriert und in Betrieb (Bundesnetzagentur, Marktstammdatenregister, Stand September 2026). Sie stehen auf Wohnhäusern und Scheunen, an Balkonen und auf freien Flächen.

Zählen Balkonkraftwerke auch dazu?

Ja. In der Zahl der Bundesnetzagentur stecken auch Balkonkraftwerke, also kleine Solarmodule am Balkon. Dazu kommen Solaranlagen auf Dächern und Solarparks auf freien Flächen. Gezählt werden Anlagen, nicht Haushalte.


Quellen und weiterführende Links:

Du willst Strom von Anlagen in deiner Nähe? Nachbarschafts-Strom gibt es mit und ohne eigene Solaranlage.

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